Mit ‘produzent’ getaggte Artikel


Miani

Letzte Woche bin ich auf Youtube zufällig über einen Videokommentar bei Avicii – Jailbait gestolpert:

“Hey Youtubers and House Music Lovers,
Guess most of you all skip these comments, but for you who is still reading this, thanks !
I dont have any money for advertisiments, no chance of getting heard, nothing.
All that’s left is spam, sorry.
Im 17, house music? producer from Germany. Please listen to my new track on my account. You wont regret it. Give me just a chance, please.
Take half a second of your life and thumb this comment up. It will maybe change my life, for real.
Thank you, MIANI”
 

Solche Kommentare in dürftigem Englisch findet man auf Youtube immer wieder und meistens steckt auch wirklich nur spam dahinter. Das positive Rating dieses Kommentars aber hat mich dazu gebracht, mir tatsächlich anzuschauen, was sich dahinter verbirgt. Nach einem Klick auf MIANI landet man auf einem dunkelblauen Youtubechannel und das erste Video beginnt zu spielen: der Schriftzug ‘MIANI’ erscheint dazu die ersten Töne von ‘Sync’, dem neusten Track von MIANI. House. Der erste Eindruck: der kann was.

Auch die anderen Tracks des 17-jährigen Hamburgers überzeugen durch ihre Machart und ihre klare Struktur, kaum zu glauben, wenn man liest, wie kurz MIANI erst produziert. Viele weitere Details kamen in einem Interview ans Licht:

Maez: Du hast auf Youtube auf ungewöhnliche Weise Werbung für deinen Channel gemacht, wie genau sah das aus?
Miani: Da mir leider das Geld dazu fehlt, Auftritte zu geben oder meinen Channel zu Promoten, habe ich bekannte Videos kommentiert und die YouTuber dazu aufgefordert, wenigstens einmal meine Songs anzuhören, um mich zu supporten. So sind viele auf mich aufmerksam geworden und haben mich Abonniert.

Dein Channel ist bald ein Jahr alt, aber wie lange produzierst du schon?
Ich habe vor ungefähr einem Jahr angefangen Musik zu produzieren.

Du hast inzwischen über 3000 Youtube-Abonnenten, setzt dich das unter Leistungsdruck?
Ich kann es selbst noch nicht ganz glauben, dass ich soviele Abonnenten habe. Leistungsdruck würde ich das nicht nennen, da es mir ja Spaß macht Musik zu produzieren. Ich gerate nur unter Leistungsdruck, wenn ich gerade Pech habe beim Produzieren.

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?
Schwer zu sagen. Jedes Lied drückt Emotionen aus. Meine Songs sollen gute Laune verbreiten.

Was inspiriert dich zu deiner Musik?
Einmal das Video von Tomorrowland 2011. Die ganzen Menschen dort, die Musik, alles ein Traum. Und zweitens ist es das beste House Lied “Levels” von Avicii. Mein Ziel ist es einmal ein vergleichbares Lied zu producen.

Welche DAW verwendest du? Und arbeitest du viel mit vorgefertigten Samplen und Loops?                                       Ich benutze FL Studio und verwende dort bestimmte Plugins. Mit vorgefertigten Samples arbeite ich manchmal, aber eigentlich nie mit fertigen Loops.

Was willst du mit deiner Musik erreichen?
Ich will nicht mit Musik mein großes Geld verdienen. Einfach nur Auftritte haben, die Menschen sollen zu meiner Musik tanzen und Spaß haben.

Was ist dein musikalischer Hintergrund?
Meine musikalische Erfahrung ist wirklich gleich null. Ich spiele kein einziges Instrument, das ist aber kein Hinderniss.

Du sagst, du liebst Musik, wie zeigt sich das in deinem Leben?
Ich höre Musik wenn ich zur Schule gehe, Ich höre Musik in meiner Freizeit, Ich produziere selber welche. Ohne Musik könnte ich nicht leben.

Du hast noch kein Label, wie sieht es mit Gigs aus?
Mir fehlen leider die finanziellen Mittel um mir das nötige DJ-Equipment zu kaufen. Ich spare noch daran. Aber wenn mein Equipment da ist, werde ich auf jeden Fall mit Gigs starten.

Auf Youtube nennst du Avicii, Afrojack und Tiesto als Vorbilder für deine Musik. Diese Musiker sind alle sehr bekannt, gibt es auch ein paar Geheimtipps von dir?
Bjornberg mit seinem Lied “Absolut”. Bin auf mehr von ihm gespannt.

Hörst du auch privat am meisten House?
House höre ich eigentlich am meisten. Hip-Hop und R’n'B aber auch (Drake, Ice Cube…). Es kommt immer darauf an, wie ich gerade drauf bin.
Ich bin vielseitig was Musik angeht.

Nur woher der Name MIANI kommt wurde nicht verraten…

Mehr zu MIANI gibt’s hier:

MIANI on Facebook


Quality-controlled Mashups – DJ Schmolli

DJ Schmolli Avatar

Schnell vergisst man, dass hinter einem großartigen Mashup auch immer ein hart arbeitender Produzent steht. Derjenige Mensch also, dem die Idee kam, genau diese Tunes zu vermixen und sich dann intensiv mit diesem Mix auseinander gesetzt hat. Einer dieser Produzenten wirft seit Jahren sehr erfolgreich von Wien aus mit brandheißen Mashups um sich: DJ Schmolli.

Verschiedenste Musikstile werden von dem Österreicher bereits seit der Jahrtausendwende unter einen Hut gepackt und so passiert es immer wieder, dass sich Phil Collins und Kraftwerk oder auch Rihanna und Skero in einem seiner einzigartigen Tracks treffen. Im Internet und in der Szene hat er sich schon lange einen Namen gemacht und seit September ist er jetzt auch einer der Hosts der neuen Bootie Vienna Partyreihe in der Pratersauna.

Auch als Remixer hat sich inzwischen beachtenswerter Erfolg eingestellt, mit diesem dubstepartigen Seether Remix schaffte er es diesen Sommer unter die Top 2 des entsprechenden Contests und damit auf die Seether Homepage:

Letzte Woche ergab sich die Chance zu einem kleinen Interview mit DJ Schmolli:

Maez: Was war dein erster Kontakt mit der Mashup-Szene und wie bist du dazu gekommen, eigene Mashups zu
produzieren?

DJ Schmolli: Mein erstes Mashup hab ich im Jahr 2000 produziert, also vor der ersten Bastard Pop Schwemme aus den UK. Ich hatte mal eines im Radio gehört und dachte mir „Das kann ich auch“. Ich war zu diesem Zeitpunkt ja schon jahrelang Musiker und hab auch ein wenig produziert. Gesagt, getan, allerdings hab ich mich nach ein paar Produktionen danach wieder anderen musikalischen Gefilden gewidmet und dann erst im Jahr 2005 wieder mit Mashups weitergemacht, seit diesem Zeitpunkt aber intensiv und kontinuierlich.

M: Vor einigen Jahren haben viele Leute das Ende der “Mashup-Ära” angekündigt, heute gehört es fast schon
zum guten Ton, dass DJs eigene Bootlegs produzieren. Mashen ist zum Volkssport geworden, es gibt unzählige
Produzenten und Fans; kurz, Mashups sind auf einem guten Wege zum Mainstream zu werden. Wie bewertest
du diese Entwicklung?

DJ Schmolli: Nun, auch ich sehe ein deutliches Drängen in Richtung Mainstream, vielerorts gibt es schon regelmäßige Mashup Partys die auch schon mal an die 1000 Besucher anziehen können. Allerdings denke ich nicht, dass der Mainstream jemals zur Gänze erreicht wird. Dazu ist die rechtliche Voraussetzung einfach nicht gegeben und es kommt wirklich sehr selten vor, dass ein Mashup auch offiziell veröffentlicht und somit vermarktet wird. Positiv ist allerdings die mittlerweile gute Akzeptanz, viele Künstler bzw. deren Labels nützen vermehrt Mashups als Gratisgimmick für Fans und in weiterer Folge praktisch als Promotionmittel.

M: Die rechtliche Situation rund ums Mashen ist schwierig. Hast du schon einmal schlechte Erfahrungen
gemacht? Wie ist dein Verhältnis zu Künstlern und Labels?

DJ Schmolli: Bis auf die Tatsache, dass Youtube gelegentlich meine Videos blockiert, hab ich noch nicht wirklich schlechte Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil, oft twittern/facebooken Künstler, die ich gemasht habe, meine Mixe. Vor allem die kleineren Labels unterstützen ihre Künstler auch durch Mashups und verteilen somit Acapellas oder
Studiospuren im Netz.

M: Du hast vor kurzem sehr erfolgreich am Seether Remix Contest teilgenommen, würdest du dich in Zukunft
gerne aufs offizielle Remixen konzentrieren?

DJ Schmolli: Ich mach zwischendurch immer mal gern Remixe; allerdings stellen diese natürlich einen wesentlich höheren Aufwand in der Produktion dar. Somit wäre die Formulierung sich darauf zu „konzentrieren“ vielleicht nicht richtig, ich streue Remixe auch in Zukunft gelegentlich mal ein.

M: Woher kommt dein Wissen über Musikproduktion?

DJ Schmolli: Ich bin jahrelanger Musiker (Gitarre) und habe in verschiedensten Bands gespielt. Nebenbei hab ich mich auch schon immer für Musikproduktion interessiert. Allerdings hab ich mir mein Wissen selbst angeeignet und habe nie Schulen oder Kurse dafür besucht.

M: Wie sieht dein Workflow von der Idee zum fertigen Mashup aus?

DJ Schmolli: Oft ist es ja schon mal nicht so einfach überhaupt auf die Idee zu kommen, doch ist diese mal da, sieht die Sache wie folgt aus: Ich starte meine Audio Software Sony Acid Pro und lege Spuren mit all den Tracks und Samples an, die ich gerne verwenden möchte. Natürlich müssen die Tempi der individuellen Tracks angeglichen werden und gelegentlich auch die Tonhöhe. Für mich als Musiker und speziell auch Songschreiber ist eine klare Struktur innerhalb eines Mashups mindestens genauso wichtig wie die gute Produktion selbst. Folglich werden als erstes wie bei einem Puzzle die Randteile gelegt, in meinem Fall halt der Rahmen für das ganze Mashup. Strophen und Refrainteile werden gesucht und es wird alles einmal in Form gemacht. Ist das erledigt, render ich ein Demo und dann gibt’s zwei Möglichkeiten, entweder ich mache das Mash gleich fertig oder es kommt vorerst in einen Ordner für spätere Fertigstellung. Bei erster Option werden dann halt noch Details in der Produktion verbessert, Effekte hinzugefügt und am Ende wird das Ganze gemastert und auf verschiedenen Soundanlagen auf Herz und Nieren geprüft.

M: Was tust du als erstes nachdem du ein neues Mashup produziert hast?

DJ Schmolli: Also wenn ein Mashup komplett fertig ist, dann mach ich wohl als erstes ein Artwork und mittlerweile meistens auch ein Video dazu. Ein Artwork ist wichtig für die Blogs, die das Mash posten und ohne Youtube Video geht’s halt auch nicht so ganz.

Mehr von und über DJ Schmolli findet ihr auf seiner Websitehttp://www.djschmolli.net/