Mit ‘recycling’ getaggte Artikel


1999 kam der erste Teil der Matrix-Triologie ‘The Matrix’ in die Kinos. Er entwickelte sich zum Dauerbrenner auf den Leinwänden und regt bis heute Menschen zum Nachdenken an. Der Film der Wachowski Brüder entwickelt ein interessantes Science-Fiction Szenario, das unter der Beachtung philosophischer und theologischer Aspekte mit dem Gedanken der Suggestion einer digitalen Parallelrealität spielt. Die Begeisterung für The Matrix ist – neben neuartigen Effekten wie Bullet-Time – wohl vor allem auf diese Story-Idee zurückzuführen.

Doch gerade die revolutionäre Idee, die hinter Matrix steht, ist keineswegs eine Neuschöpfung, viel mehr ein hochwertiges Recycling. Und auch die Machart des Films: Schnitt, Ton, Kamera; die immerhin mit Oscars ausgezeichnet worden ist, bringt wenig Neues:

(www.everythingisaremix.info)

Den Machern von The Matrix ist dafür sicherlich kein Vorwurf zu machen, sich inspirieren zu lassen ist weder verboten noch verwerflich – genau genommen beruht jede Idee erstmal auch auf den Gedanken anderer. Zudem erfüllt The Matrix auch als Projekt viele Ansprüche, die man an einen guten Film haben muss: er ist kurzweilig, liefert Denkanstöße, vermittelt Gefühle und setzt sich tiefergehend mit einem Thema auseinander.

Interessant ist aber, dass sich mit Warner Bros. genau die Firma, die hinter The Matrix und vielen weiteren Filmen steht, die Ideen zu Streifen wie The Matrix durch rechtliche Schritte auf der ganzen Welt schützen lassen will. Warner Bros. sei hier nur ein Beispiel für die Masse an Konzernen der Unterhaltungsindustrie, die versuchen, die vorerst vertagten Gesetze SOPA und PIPA, sowie das aktuelle ACTA Abkommen (–> was sind SOPA, PIPA & ACTA?) voranzutreiben und dabei missachten, dass gerade ein Großteil ihrer Produkte darauf beruht, die Ideen anderer zu kopieren, zu verändern und wiederzuverwerten. Natürlichen stehen diese Konzerne auf Grund des Filesharings im Internet unter enormen wirtschaftlichen Zukunftsdruck, dennoch dürfen auch große Firmen wie Warner Bros. nicht vergessen, wem sie ihren Erfolg mitverdanken: abertausenden Vordenkern.

Neben den vielen andern Gründen ist dies ein weiterer Aspekt, der gegen SOPA, PIPA, ACTA und andere ähnliche Gesetzesvorschläge spricht. Deshalb: beteilige dich hier an einer Petition gegen ACTA!

Passend dazu: der hochaktuelle Fauxpas des CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling.


Die MashUp Szene wächst und wächst; jeden Tag erblicken tolle Neukreationen das Licht der Welt und so mancher fragt sich, wie das eigentlich geht, so ein MashUp. Was machen BenStilller, PartyBen, WhitePanda und Co da überhaupt genau?

Das Grundprinzip ist ganz einfach: Altes Kombinieren, um Neues zu schaffen. Recycling.

Was dabei herauskommen kann, ist bisweilen wirklich erstaunlich, gelegentlich sogar besser als die ursprünglichen Quellen und manchmal mit den Originalen gar nicht mehr zu vergleichen. Es gibt viele Wege – die übrigens jedem offen stehen – so ein MashUp zu erschaffen. Grobes Basiswissen über die Bedienung einer DAW (digital audio workstation), sowie über Songstrukturen sind zwar beides Begeleiter, die einem diese Wege einfacher machen, aber sie sind keine Voraussetzung, loslegen zu können. Mit den technischen Details will ich mich deshalb auch nicht befassen. Wer also ein Pragmatiker-Tutorial zum Erstellen von MashUps erwartet, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen; das gibts nämlich hier.

Alles beginnt mit einer (kurzen) Idee: einem “hmm, das klingt doch wie…”, einem “daraus kann man doch mehr machen”, einem “schade, der Gesang verhunzt das tolle Lied”, einem “das sollte mal jemand machen” oder einfach nur mit einem “hey, das passt zusammen”. Diese Idee kann sich um ein paar ausgewählte Lieder drehen, aber auch um ein Thema wie Liebe; einen Zeitraum (z.B. ein BestOf2011) oder einfach nur um diesen einen unfassbar tollen, neuen Klang.

Hat man den/die Songs gefunden, die das Grundgerüst für das MashUp bilden sollen, fängt man an mit ihnen zu experimentieren, spielt sie nacheinander, übereinander, rückwärts, vorwärts, sucht interessante Stellen, Stellen, die man mag, Stellen, die man nicht mag und versucht die Machart (Dynamik, Rhythmik etc.) der Ausgangssongs zu verstehen. Meist stolpert man dabei über eine Stimmung oder einen oder mehrere Sounds, die man unbedingt im MashUp verwenden möchte. Das ist der Ausgangspunkt für das restliche Arrangement.

Es ergeben sich nun mehrere Fragen: Wie gestalte ich mein MashUp rund um diesen Sound? Wie positioniere ich den Sound im Arrangement? Klingt er morgen früh immer noch so gut wie heute? Welche Bestandteile eignen sich außerdem, um den Mix “smooth” zu machen?

Wenn du diese Fragen beantworten kannst, dann steht dir nichts mehr Im Wege, dein MashUp zu vollenden. Für alle, die sich diese Fragen nicht alle beantworten können, ein paar Tipps aus eigener Erfahrung:

  • Man sagt nicht umsonst “Gut Ding will Weile haben”; mit der Zeit kommen auch neue Ideen. Manchmal hilft es, ein Projekt einfach mal ein paar Tage ruhen zu lassen. Es gibt keinen Termindruck für dein persönliches MashUp!
  • Vier Ohren hören mehr als zwei.
  • Überlege, was dir an anderen MashUps gefällt und ob es sich in deinem Arrangement wiederfinden ließe.
  • Es gibt keine unumstößlichen Regeln, erlaubt ist, was gut klingt!
  • Ausprobieren! Egal, wie verrückt der Gedanke vorher scheint!

Ist das MashUp schließlich grob angelegt, ist es ratsam, sich ein paar fremde Meinungen einzuholen; unsere Ohren gewöhnen sich schnell an “unsaubere” Klänge, sodass uns diese vielleicht gar nicht mehr auffallen. Am Ende zählt, dass du selbst mit deinem Tune zufrieden bist. Zurücklehnen und genießen! – Und genau das tun all die “Großen” am Ende auch ;-)